Fehler finden mit dem Spickzettel-Würfel

Darf ich vorstellen - der Spickzettel-Würfel!​

Du kennst den Satz bestimmt noch aus deiner Schulzeit: „Nimm dir am Ende der Klassenarbeit ein paar Minuten Zeit und lies dir noch einmal alles ganz genau durch, was du geschrieben hast.“ Vielleicht bist du mit diesem Vorsatz in der Tat in die Klassenarbeit gegangen. Ich vermute aber, dass es in der Mehrzahl der Fälle dann doch nicht dazu gekommen ist oder am Ende zumindest nicht den erwünschten Erfolgt hatte. Ehrlich gesagt ging mir das so ähnlich. In den meisten Fällen habe ich die Endkontrolle einfach vergessen. Und wenn ich doch daran gedacht hatte, dann habe ich auf Inhalt, Groß- und Kleinschreibung, Kommasetzung usw. gleichzeitig geachtet und letztendlich kaum einen der vorhandenen Fehler entdeckt.

Aus diesem Grund erstelle ich mit meinen Schülern gerne eine kleine „Erinnerungshilfe“, damit sich das Korrekturlesen auf jeden Fall lohnt und Erfolg hat. Unser Bastelwerk soll …

  • … meine Schüler zum einen während der Arbeit an das Korrekturlesen erinnern und …
  • … ihnen zum anderen eine Struktur für die Selbstkorrektur geben.

Unsere Erinnerungshilfe kann ganz unterschiedlich gestaltet sein. Für meinen heutigen Beitrag habe ich mir den Spickzettel-Würfel ausgesucht. Vielleicht hast du Lust, ihn mit deinem Kind nachzubauen?

Spickzettel-Würfel mit unterschiedlichen Symbolen für verschiedene Rechtschreibthemen.

Materialliste für den Spickzettel-Würfel

Für den Spickzettel-Würfel brauchst du:

  • 1 Blanko-Würfel (Es eignet sich auch ein ganz normaler 6er Spielwürfel, dessen Seiten man dann einfach überklebt.)
  • Stift zum Beschriften der Würfelseiten
  • Ggf. Aufkleber zum Abkleben der Würfelseiten (wie auch im Foto erfolgt)

Bastelanleitung

Der Spickzettel-Würfel ist ganz schnell gebastelt.

  • Zunächst einmal bestimmst du mit deinem Kind die Schwerpunkte (maximal 6!), auf die es in der Selbstkorrektur den Fokus legen soll (z.B. Groß- und Kleinschreibung).
  • Für jeden Schwerpunkt soll sich dein Kind dann ein Symbol ausdenken, welches es sofort an den Schwerpunkt erinnert.
  • Die ausgedachten Symbole werden nun stellvertretend für die Schwerpunkte auf die Seiten des Würfels aufgemalt.

Und schon ist der Spickzettel-Würfel fertig gebastelt.

So nutzt du den Spickzettel-Würfel

Der Spickzettel-Würfel kommt in die Federtasche. So ist er gleich griffbereit, wenn der nächste Test ansteht.

Am besten nimmt dein Kind den Würfel gleich zu Beginn des Tests als Erinnerungshilfe aus seinem Federmäppchen und legt ihn sichtbar daneben. So kann die Endkorrektur während der Arbeit nicht vergessen werden. 

Sobald die letzten Minuten für die Selbstkorrektur anstehen, nimmt sich dein Kind den Würfel zur Hand und geht mit den einzelnen Würfelseiten den Text nacheinander durch. Die Symbole auf den Seiten erinnern es daran, worauf es jeweils zu achten hat. Ganz wichtig ist an dieser Stelle, dass dein Kind den Text für jeden Schwerpunkt wirklich gesondert betrachtet und nicht in einem Textdurchgang versucht, mehrere Symbole auf einmal abzuarbeiten.

Übung macht den Meister!

Meine Empfehlung ist, den Umgang mit dem Spickzettel-Würfel zunächst in der Hausaufgabensituation zu Hause auszuprobieren und zu üben, bevor es dann ernst wird und dein Kind den Würfel in einer Testsituation nutzt.

Der positive Nebeneffekt dabei ist, dass, je häufiger dein Kind mit dem Würfel arbeitet, umso weniger es ihn ab einem gewissen Punkt noch brauchen wird. Irgendwann hat sich dein Kind die Schwerpunkte nämlich genau eingeprägt und sich die Korrektur als selbstverständlichen Arbeitsschritt angewöhnt. Eine weitere Gedankenstütze braucht es dann nicht mehr.

Ist ein Spickzettel-Würfel in der Schule erlaubt?

Tatsächlich drängt sich schnell die Frage auf, wie sich denn ein Spickzettel-Würfel mit der Schule verträgt. Ganz klar, Spickzettel sind im Test grundsätzlich verboten. Wenn der Spickzettel-Würfel aber überhaupt keinen Bezug zum Thema des Tests hat, sehe ich da wenig Probleme. Um auf der sicheren Seite zu sein, kannst du natürlich die Lehrkraft ansprechen, ob sie den Einsatz erlauben würde. Wie gesagt, es geht hier alleine um eine strukturelle Unterstützung. Und in der Tat habe ich bis heute noch von keiner Schule ein  „Nein“ zum Spickzettel-Würfel gehört.

Außerdem, ganz unter uns: Ist der Spickzettel-Würfel erst einmal im Kopf deines Kindes verankert, so dass es den physischen Würfel im Federmäppchen gar nicht mehr benötigt, dann kann kein Lehrer der Welt mehr etwas gegen den imaginären Spickzettel deines Kindes sagen.

Ich wünsche ganz viel Spaß beim Ausprobieren!

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